Schienentherapie

Schienentherapie

Bruxismus

Morgens entspannt aufstehen nach einer Nacht erholsamen Schlafes – so wäre die Idealvorstellung. Leider kommt es aber immer häufiger vor, dass man in aller Frühe schon mit Kopfschmerzen und verspannter Muskulatur im Gesichtsbereich erwacht.

Grund dafür ist nächtliches Zusammenpressen der Zähne mit oder ohne seitlicher Reibebewegungen (Knirschen). Dies wird auch als Bruxismus bezeichnet und führt zu einer Überbelastung der beteiligten Muskulatur und Struktur, was wiederum zu Schmerzen führt.

Neben den Hauptaufgaben unseres Kausystems, dem Zerkleinern von Nahrung, Sprachbildung, Kopfhaltung und Ästhetik dient es auch zur Stressverarbeitung („man muss sich durchbeissen“); es ist in der Lage zur bewussten und unbewussten Verarbeitung von Problemen beizutragen. Dazu kommt noch unser immer bequemerer Lebensstil (Auto, Fahrstuhl, Rolltreppe, sitzende Tätigkeit), in der Bewegung und Sport zum Abarbeiten von Problemen immer mehr abnehmen.

Neben einer verspannten Muskulatur kommt es häufig zu zusätzliche Symptome: Schmerzen im Kiefergelenk, Kiefergelenksknacken, Druck in den Ohren, Muskelverspannung im Bereich der Halswirbelsäule bis hin zur Hüfte, Schwindel, Migräne. Auch die Entstehung von Tinitus kann durch parafunktionelle Belastung der Zähne begünstigt werden. Im Mund selbst erkennt man Schliffspuren/Abrasionen auf den Kauflächen, vermehrt freiliegende Zähnhälse mit Einkerbungen oder gar vereinzelt gelockerte Zähne ohne ersichtlichen Grund.

Therapie

Zuerst erfolgt eine ausführliche Untersuchung des gesamte Kausystems, auch Funktionsanalyse genannt. Dabei kommen oft weitere Ursachen zu Tage:

Falscher Biss durch eine zu hohe oder zu niedrige Brücke/Prothese, eine einseitige Bissabsenkung durch Zahnkippung in eine nicht versorgte Lücke, mangelnde Abstützung durch fehlende Seitenzähne, elongierte Weisheitszähne, ...

Je nach Diagnosestellung erfolgt dann die Therapie mittels einer bestimmten Aufbiss-Schiene. Durch nächtliches Tragen der Schiene kann eine Entspannung der beteiligten Strukturen erreicht werden und gleichzeitig für die Tragedauer ein Fehlbiss behoben werden. Dies führt in der Regel zum Rückgang der Verspannungsschmerzen. Im Falle eines „falschen“ Bisses solllten natürlich anschließend die vorliegenden Missstände durch weitere Maßnahmen behoben werden.